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Sabine Dardenne: Ihm in die Augen sehen

ihm in die augen sehen
Ihm in die Augen sehen - Meine verlorene Kindheit

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Jeder erinnert sich an die Bilder von diesem winzigen Verlies, in dem die Mädchen, die Marc Dutroux entführt hatte, leben mussten - und um ihr Überleben kämpften. Als ich über dieses Buch in einem Forum las, setzte ich es auf meinen Wunschzettel. Jetzt habe ich es zu Weihnachten bekommen. Es war klar, dass ich es einmal in eins lesen müsste, weil es eine Geschichte ist, die ich nicht als Gute-Nacht-Geschichte abends lesen wollte.

Zum Inhalt: Sabine Dardenne ist zwölf Jahre alt, als sie auf dem Weg zur Schule von zwei Männern überwältigt und in einem alten Lieferwagen entführt wird. Man setzt sie unter Drogen, bringt sie in ein Haus - und dort beginnen ihre Qualen, die achtzig Tage andauern sollten.
Es ist beeindruckend, wie Dardenne ihr "Leben" bei Dutroux beschreibt. Sie macht deutlich, wie es ihr ging, wie verzweifelt sie war, hin- und hergerissen zwischen unsagbarer Angst und kindlicher Wut darüber, eingesperrt zu sein.
Dutroux erzählte ihr, ihre Eltern hätten sich etwas zu Schulden kommen lassen und deswegen habe jemand sie töten wollen. Er, Dutroux, sei also ihr Retter und werde sie bei sich behalten, bis ihre Eltern drei Millionen Lösegeld zahlen würden. In dem Buch sind Auszüge der Briefe abgedruckt, die das kleine Mädchen an ihre Eltern schrieb, in der Überzeugung, der Mann, "der sie bewachte", werde sie ihnen zukommen lassen, was aber natürlich nie geschah.
Was genau Dutroux dem Mädchen antat, sagt Dardenne nicht, sie möchte das nicht öffentlich machen, und gerade das rechne ich ihr auch hoch an. Ich fürchte, dass es noch schlimmere Sachen sind als die, die man sich vorstellt, wenn man das Buch liest.
Es ist ein Bericht, der vom Tag der Entführung bis zum Prozess gegen Dutroux alle Stationen des Martyriums darstellt, und auch die Schuldgefühle, die Dardenne hat, weil sie überlebte, während andere Mädchen sterben mussten...

Wie mir das Buch gefallen hat: Das Buch ist beeindruckend und geht unter die Haut. Es nimmt einen mit in eine Welt, vor der man lieber die Augen verschließen möchte, erzählt die Geschichte, ohne damit eventuelle Sensationsgier zu schüren, denn Dardenne will sich nicht darstellen, sie will nur ihre Geschichte erzählen. Und das gelingt ihr auf eine Weise, die ich nicht vergessen werde.

8.2.08 22:09
 



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