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Jurek Becker: Jakob der Lügner

jakob der lügner
Jakob der Lügner.

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir schon vor vielen Jahren gekauft, als ein sehr beliebter Prof in der Weltliteraturvorlesung, die es in der Uni immer gab, daraus vorgelesen hat. Es klang interessant, dennoch wanderte es - für viele Jahre - erst einmal auf meinen SUB.

Zum Inhalt: Jakob Heym, dem früher einmal eine kleine Gaststätte gehörte, in der er im Winter Kartoffelpuffer und im Sommer Eis verkaufte, lebt nun, in den vierziger Jahren des zwnazigsten Jahrhunderts, in einem jüdischen Ghetto. Das Leben dort ist hart, die Deutschen schikanieren die Menschen, die Arbeit ist schwer und es gibt kaum etwas zu essen. Tag für Tag leben die Menschen dort mit der Angst vor der Deportation, keiner weiß, wie es weitergehen soll - erst recht dann nicht, wenn die Deutschen den Krieg wirklich gewinnen sollten.
Als Jakob eines Abends angeblich nach acht Uhr - Beginn der Ausgangssperre - von einem Posten erwischt wird, schickt man ihn aufs Revier, damit er sich seine Strafe dort abholen kann. Während Jakob darauf wartet, dass einer der Deutschen sich die Zeit nimmt, um mit ihm zu sprechen, hört er ganz zufällig eine Mitteilung im Radio - die Lage der Deutschen sieht gar nicht mehr so gut aus...
Jakob ist sehr aufgeregt. Den Juden ist es schon seit langem verboten, ein Radio zu haben, und so kennen sie die Nachrichten überhaupt nicht. Um einem Freund etwas Hoffnung an einem besonders schweren Tag zu geben, erzählt Jakob von der Radiomitteilung. Und dann, ohne dass Jakob es sich selbst recht erklären kann, erzählt er, dass er heimlich ein Radio besäße.
Die Juden schöpfen erstmals wieder Hoffnung. Jakobs Radiomitteilungen verbreiten sich durch das Ghetto und die Menschen bekommen wieder Mut. Vielleicht werden sie doch noch überleben, vielleicht ist das Ende des Krieges, ist die Niederlage der Deutschen nah... und so oft Jakob auch versucht, seinen Radiomitteilungen ein Ende zu machen - er bringt es dann doch nie übers Herz. Wer wäre er denn, seinen Mitmenschen das letzte bisschen Hoffnung zu nehmen?

Wie mir das Buch gefallen hat: Die Geschichte um Jakob und das Leben im jüdischen Ghetto ist natürlich beklemmend. Was geschieht, ist schrecklich, man wartet selbst schon wie die Figuren des Romans darauf, dass endlich jemand kommt und sie rettet. Der Erzählton der Geschichte ist etwas ganz Besonderes und sorgt dafür, dass man das Buch gar nicht als eine "schreckliche" oder "traurige" Geschichte in Erinnerung behält, sondern als das, was sie sein will: eine Geschichte der Hoffnung. Ein ganz besonderes Buch.

22.3.08 17:16
 



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