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Bernhard Schlink: Liebesfluchten

liebesfluchten
Liebesfluchten.

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch gehört zu Thores Sammlung, die ja nun in unseren gemeinsamen Bücherregalen Platz gefunden hat. Da ich Schlink wirklich sehr gern lese, habe ich mich dazu entschlossen, das Buch jetzt auch mal zu lesen.

Zum Inhalt: Dieses Buch ist kein Roman, sondern eine Sammlung von sieben Erzählungen, die alle - natürlich - etwas mit dem Thema Liebe zu tun haben. Dabei erwarten einen natürlich keine heiteren kleinen Geschichten mit Happy End, vielmehr wird hier aufgezeigt, wie kompliziert, beängstigend, traurig und schmerzhaft Liebe eben auch von Zeit zu Zeit sein kann. Und dabei geht es auch gar nicht immer um partnerschaftliche Liebe: Die Erzählung "Der Sohn" handelt zum Beispiel von einem Mann, der in ein Krisengebiet reisen muss. Dort, an einem Ort, der ihn eigentlich an das Leid eines Volkes denken lassen sollte, erkennt er, dass er seinem Sohn immer zu wenig gezeigt hat, dass er ihn liebt. Doch die Situation ist inzwischen sehr verfahren und es gibt für den Vater kaum eine Möglichkeit, dies wieder gutzumachen.
Gemeinsam haben alle Geschichten, dass sie - wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise - auch mit der Bewältigung der Vergangenheit zu tun haben. Besonders deutlich wird das zum Beispiel in der Erzählungen "Der Seitensprung", in der es um eine Ost-West-Freundschaft, Verrat und Bespitzelung geht. Am besten gefallen hat mir in diesem Zusammenhang "Die Beschneidung". In dieser Erzählung geht es um einen jungen Deutschen namens Andi, der in Amerika eine wissenschaftliche Arbeit schreiben will. Dabei lernt er Sarah kennen, eine junge Amerikanerin, und die beiden verlieben sich ineinander. Das Problem ist, dass Sarah Jüdin ist und nicht nur ihrer Religion in ihrem Leben hohe Priorität zugesteht, sondern dass Sarah Andi zu lieben scheint, obwohl er Deutscher ist. Die Vergangenheit seines Landes macht ihr schwer zu schaffen und Andi hat das Gefühl, nicht zu wissen, wohin er gehört: einiges, was Sarah so spöttisch oder verletzend über Deutschland sagt, sieht er eigentlich genauso. Doch aus irgendeinem Grund fühlt er sich auch immer wieder persönlich angegriffen.
Eine bemerkenswerte Geschichte ist - finde ich - dann auch noch "Das Mädchen mit der Eidechse", die erste Erzählung der Sammlung. Es ist schwer, sie zu beschreiben, ohne etwas vorwegzunehmen, das man beim Lesen erst selbst entdecken sollte, finde ich, deswegen möchte ich nur so viel sagen: es geht um die Liebe zu einem bestimmten Bild und um Familiengeheimnisse, die manchmal so schwer auf einem lasten können, dass man ihnen kaum entkommen kann.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich lese eigentlich nicht so gerne Kurzgeschichten oder kurze Erzählungen, aber ich mag einfach die Art und Weise, mit der Schlink seine Geschichten erzählt. Ohne große Worte, ohne große Dramen, aber trotzdem bleiben einem die Gefühle seiner Figuren noch lange im Gedächtnis zurück. Ich finde, "Liebesfluchten" ist ein sehr schönes Buch.

9.4.08 09:48
 



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