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Siegfried Lenz: Arnes Nachlaß

arnes nachlaß
Arnes Nachlaß.

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Eigentlich bin ich ganz unschuldig an das Buch gekommen. Thore hat es schon seit Jahren, und es ist jetzt einfach so mit in unser Bücherregal gewandert. Und da ich vor ein paar Monaten von "Deutschstunde" sehr begeistert war, wagte ich mich nun an dieses Werk von Lenz.

Zum Inhalt: Arne ist fast noch ein Kind, als er durch einen tragischen Zwischenfall seine gesamte Familie (bis auf seine Großmutter, die in einem Altenheim lebt), verliert. Auch Arne selbst entrinnt dem Tod nur sehr knapp.
Der Junge ist in sich gekehrt, ruhig, zurückhaltend, aber er versucht, sich schnell in seine neue Familie zu integrieren. Arne ist zuvorkommend, freundlich und hilfsbereit, heimlich kauft er von Zeit zu Zeit von seinem Taschengeld Geschenke und schickt sie der Familie heimlich. Er freundet sich in dem Viertel mit denen an, die es besonders schwer haben, die keine Freunde haben und Außenseiter sind.
Doch Arne selber ist auch ein Außenseiter. Sein größter Wunsch, nämlich in die coole Clique des Viertels zu gehören, in der auch zwei seiner Stiefgeschwister sind. Immer wieder macht er Schritte auf sie zu, doch die anderen ignorieren ihn, meiden ihn sogar und machen ihre Ablehnung mehr als deutlich. Arne jedoch gibt nicht auf - auch wenn niemand so recht nachvollziehen kann, warum, er will ihre Anerkennung um jeden Preis...
Dadurch, dass man bereits durch den Titel und durch den Anfang des Buches weiß, was mit Arne geschehen ist (wenn man auch nicht weiß, wie und warum), ist die gesamte Geschichte von einer tiefen Traurigkeit durchzogen, die einen beim Lesen nicht wieder loslässt. Man spekuliert beim Lesen immer, was mit Arne geschehen sein könnte - und leider wird es schnell offensichtlich. Gerade dies macht die Geschichte aber auch so besonders, durch den Erzählstil des Autors wird man einfach mitten hineingezogen in die Verzweiflung und Traurigkeit, ohne dass man sich entziehen könnte.

Wie mir das Buch gefallen hat: Das Buch ist auf seine ganz spezielle Art wunderschön und etwas ganz Besonderes. Obwohl es so traurig ist und die Hoffnungen des Lesers oft bitter enttäuscht werden, kann man nicht aufhören zu lesen. Man begleitet den Erzähler beim Sortieren von Arnes Sachen, hört zu, was ihm zu bestimmten Gegenständen einfällt und darf sogar bei den Gesprächen des Erzählers mit Arne dabei sein. Total traurig - und trotzdem schön. So ein Buch habe ich noch nie gelesen.

24.4.08 18:53
 



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