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Alfred Andersch: Der Vater eines Mörders

vater eines mörders
Vater eines Mörders: Eine Schulgeschichte

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch wanderte in "mein" Bücherregal, als Thores seine Bücher von seinen Eltern mitnahm (und damit meinen Stapel ungelesener Bücher um über 100 Titel erhöhte...). Jetzt war es einfach mal Zeit für einen kürzeren Titel. Und auf dieses Buch war ich schon gespannt!

Zum Inhalt: Diese Novelle, die autobiographisch ist, von Andersch aber trotzdem nicht als Ich-Erzählung erzählt wird sondern mit Hilfe der Figur Franz Kien (die Andersch auch in anderen Texten anstelle eines Ich-Erzählers verwendet), spielt hauptsächlich während einer einzigen Unterrichtsstunde.
Franz, der sehr schlecht in Griechisch ist und der sich eigentlich in der Schule auch überhaupt nicht anstrengt, sitzt gerade im Unterricht, als der Direktor hereinkommt. Dieser will sich ein Bild vom Leistungsstand der Klasse machen und deswegen im Unterricht des jungen Lehrers Kandelbinder eigentlich nur hospitieren. Aber der Direktor kann nicht an sich halten und übernimmt den Unterricht - er bittet Schüler einzeln nach vorne, um ihr Wissen zu testen.
Franz' Vater hat den Sohn schon ganz zu Anfang seiner Schulzeit auf dem Gymnasium vor dem Direktor gewarnt: dieser ist der Vater von Himmler und, so sagt Franz' Vater, gar nicht so gut wie sein Sohn. Von Himmler selbst ist der Vater begeistert, während Franz gar nicht recht weiß, wer das sein soll, aber dass der Direktor kein sympathischer Mensch ist, das weiß Franz auch...
Und er muss dies noch am eigenen Leib zu spüren bekommen, denn plötzlich steht er im Mittelpunkt des Geschehens im Klassenraum, wird von dem Direktor vorgeführt, lächerlich gemacht und verspottet. Franz muss erfahren, wie der Mann seine Macht ausspielt und ihn vor der ganzen Klasse der Lächerlichkeit preisgibt.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich hatte mir wegen des Titels etwas ganz Anderes vorgestellt. Dass der Direktor der "Vater eines Mörders" ist, stimmt zwar, hat aber mit der Handlung nichts zu tun. Obwohl ich sagen muss, dass ich eine bestimmte Erwartungshaltung hatte: als der Vater sagte, der Direktor könne seinen Sohn nicht leiden, habe ich ihn erstmal für einen guten Menschen gehalten. Dass er - trotz seiner Ablehnung der nationalsozialistischen Gesinnung - nicht unbedingt ein guter Mensch war, erstaunt.
Man braucht nicht viel länger, um das Buch zu lesen, als die Schulstunde dauert, die erzählt wird. Aber ich glaube, dass man diese Geschichte trotzdem lange nicht vergisst...

8.11.08 16:05
 



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