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Siegfried Lenz: Schweigeminute

schweigeminute
Schweigeminute

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich in Berlin im KaDeWe gekauft. Selbst dort machten Thore und ich schnell die Buchabteilung ausfindig und kauften uns ein bisschen Lesenachschub.

Zum Inhalt: Stella Petersen ist tot. Die junge Englischlehrerin ist plötzlich verstorben und all ihre Kollegen und ihre Schüler stehen fassungslos und traurig in der Aula zusammen zu ihrer Trauerfeier. Sie nehmen Abschied, erinnern sich gemeinsam an die fröhliche junge Frau mit dem nachsichtigen Lächeln.
Eigentlich hätte Christian im Namen der Schülerschaft eine Rede halten sollen, doch der Junge hat abgelehnt. Er weiß, er könnte nicht die richtigen Worte finden, und "Schweigeminute" ist sein Abschied von Stella. Abwechselnd erzählt er dem Leser von ihr, oder er spricht sie direkt an. "Weißt du noch, Stella..."
Und dass er das macht, kann man mehr und mehr verstehen. Zwischen Christian und Stella bestand weit mehr als ein Verhältnis zwischen Lehrerin und Schüler, ganz vorsichtig waren sie dabei gewesen, sich einander anzunähern, doch so vieles blieb ungesagt, so schnell vergingen die wenigen Stunden, die die beiden zusammen verbrachten.
Christian ist von Stella nicht viel geblieben. Zwei Briefe hat er, einige Fotos. Und die Erinnerungen an einen Sommer, an wenige Tage im Sommer, an denen der Schüler glücklich war und still für sich hoffte, mit Stella eine Zukunft haben zu können. Mit niemandem konnte er darüber sprechen, alles musste stillschweigend geschehen.
Und so erfährt man durch Christians Blick vor allem, dass es ganz egal ist, wie lang eine Liebe dauert. Der Schmerz, den das Ende einer großen Liebe bringt, ist unerträglich, die Erinnerungen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Und das alles erfährt man als Leser, während man Christians Gedanken während der Trauerfeier folgt.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ein wunderschönes, leises Buch. Eine Geschichte über Liebe, über Ungesagtes, über das plötzliche Ende von aufkeimenden Hoffnungen. Ich hab es sehr gern gelesen und es war sehr schön. Traurig, aber trotzdem sehr schön. Auf jeden Fall eines der allerschönsten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.
Sehr gut hat mir auch gefallen, dass es einerseits um eine ungewöhnliche, sogar "verbotene" Liebe geht, andererseits dieses Thema aber nicht überstrapaziert wird. Es spielt zwar für die Geschichte eine Rolle, aber ohne moralischen Zeigefinger. Einzigartig!

19.11.08 21:37
 



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