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Günter Grass: Im Krebsgang

im krebsgang
Im Krebsgang

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch hat mir eine Kollegin empfohlen, da sie meinte, es sei als Klassenlektüre gut geeignet. Ich wollte das mal ausprobieren, zumal ja diese Novelle irgendwie ein Titel ist, den man vielleicht mal gelesen haben sollte.

Zum Inhalt: Paul Pokriefke ist Journalist und damit beschäftigt, die Geschichte der gesunkenen Wilhelm Gustloff aufzuschreiben, also ein historisches Drama, das oft verschwiegen wird, obwohl man schon sagen kann, dass diese Schiffskatastrophe das, was auf der Titanic passierte, in den Schatten stellen kann.
Und Paul ist ja auch selbst betroffen, irgendwie, denn seine Mutter war auf dem Schiff, als das Unglück passierte, und Paul selbst wurde inmitten dieser Katastrophe geboren. Genügend Gründe, sich mal näher mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Oder vielleicht auch ein Grund, sie ruhen zu lassen?
Es fällt Paul immer schwer, mit seiner Mutter über die Vergangenheit zu sprechen, denn sie kommt dann immer ins Schwärmen. Waren das nicht schöne Zeiten damals? War ja nicht alles schlecht, nein. Paul kann das Gerede seiner Mutter schwer ertragen, er selbst versucht immer, mit seiner Meinung nie anzuecken, sich weder zu weit links, noch zu weit rechts zu orientieren.
Und so bleibt er auch unfähig, sich wirklich an jemanden zu binden. Seine Ehe wird geschieden, den Sohn Konny sieht Paul nur unregelmäßig und es gelingt ihm nie, herauszufinden, was in dem Jungen wirklich vorgeht. Bis zu dem Tag, an dem Paul im Internet damit beginnt, über die Geschichte der Wilhelm Gustloff zu recherchieren und er dabei auf eine Website stößt, die ihm immer mehr das Blut in den Adern gefrieren lässt und Schreckliches enthüllt.

Zum Aufbau ist auf jeden Fall noch anzufügen, dass mehrere Geschichten erzählt werden, die immer wieder ineinander übergehen, nämlich immer dann, wenn der Erzähler auf Parallelen stößt. Und so gibt es einmal die Geschichte des Untergangs der Wilhelm Gustloff in Verbindung mit der Jugend von Tulla Pokriefke, Pauls Mutter, dann die Geschichte um die Person Wilhelm Gustloff und seine Ermordung, und schließlich die Recherche Pauls, die ein sehr aktuelles, sehr brisantes Thema anspricht, nämlich Rechtsextremismus im Internet.

Wie mir das Buch gefallen hat: Nach den ersten paar Seiten dachte ich, das kann nichts werden, ich musste mich beim Lesen sehr konzentrieren auf die unterschiedlichen Erzählebenen und Figuren. Aber wenn man sich erst einmal eingelesen hat, merkt man, was das eigentlich für eine spannende, auch spannend erzählte Geschichte ist.
Grass verbindet dabei nicht nur mehrere historische Ebenen, er erzählt auch von den persönlichen Tragödien mehrerer Menschen, die eigentlich unabhängig voneinander geschehen, dann aber doch irgendwie zusammenhängen.
Mir hat das Buch sehr, sehr gut gefallen. Es lohnt sich wirklich.



~ Das war die 350. Rezension in meinem Bücherblog! ~
7.5.09 06:04
 



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