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Jean-Christophe Grangé: Das Herz der Hölle

das herz der hölle
Das Herz der Hölle

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch war das erste, das Thore sich bei Thalia in den Schlossarkaden für den Urlaub ausgesucht hat. Ich habe mir den Klappentext gar nicht durchgelesen, Grangé verspricht ja immer viel Spannung (und viel Blut...).

Zum Inhalt: In der Schule lernt Mathieu den gleichaltrigen Luc kennen. Beide Jungen sind Außenseiter im Internat, weil sie im Gegensatz zu den anderen Schülern gläubig sind. Der Katholizismus ist das, was sie im Leben bewegt und was sie leiten soll.
Eigentlich war der Weg für beide klar: das Priesterseminar, doch dann teilt Luc seinem Freund eines Tages mit, dass er Polizist werden wird: er will auf der Straße an der Wurzel sozusagen gegen das Böse kämpfen und sich für das Gute einsetzen. Mathieu beschließt wenig später, den gleichen Weg zu gehen und so arbeiten beide als Erwachsene bei der Polizei von Paris zusammen.
Unterscheiden tun sich die beiden Freunde scheinbar nur in einem: während Mathieu nicht an den Teufel glauben will, ist Luc von dieser Figur fasziniert.. Das Böse übt einen merkwürdigen Reiz auf ihn aus, dem er sich nur schwer entziehen kann. Er kämpft härter und manchmal skrupelloser gegen das Böse, als die Polizei es eigentlich vorsieht, und er wagt sich in menschliche Abgründe hinab, die viele seiner Kollegen meiden.
Doch dann erhält Mathieu eines Tages eine schreckliche und vollkommen unverhoffte Nachricht: Luc hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Mit Steinen beschwert hat er sich zu ertränken versucht – und in letzter Sekunde ist er gerettet worden. Nun liegt er im Koma und Freunde, Familie und Kollegen bangen um sein Leben.
Mathieu ist besonders entsetzt. Luc schien niemals ein Mensch zu sein, der auch nur an Selbstmord hätte denken können. Er war lebensfroh und als Katholik sich der Tatsache bewusst, dass Selbstmord eine Sünde ist. Was hat Luc gesehen oder erfahren, dass er beschlossen hat, nicht mehr weiterleben zu können? - Mathieu erscheint es nur logisch, dass er Nachforschungen anstellt und herausfindet, was mit seinem besten Freund geschehen ist. Er ahnt nicht, dass ihn diese Ermittlungen weit über das hinausführen werden, was er bisher an Schlimmem gesehen hat, und dass er dem Teufel näher kommen wird, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Wie mir das Buch gefallen hat: „Das Herz der Hölle“ ist ein richtig spannender, sehr gut geschriebener Thriller. Die Idee, die der Autor hatte, ist sehr gut und die Umsetzung ist wirklich meisterhaft: es gibt immer wieder Stellen, die sehr unheimlich oder spannend sind, vieles scheint gut recherchiert zu sein und die erfundenen Quellen hat Grangé ebenfalls sehr gut in die Handlung eingebettet; sie scheinen alle echt zu sein (auch wenn sie es natürlich nicht [alle] sind). Authentische, wenn auch etwas eigenwillige Figuren, typische Verfolgungsjagden und dann wieder Szenen, die einen als Leser mitten in die Theorien holen, die Mathieu aufspüren muss... gute Abwechslung.
Grausige Morde dürfen ja in einem Grangé-Thriller nicht fehlen, aber ich muss sagen, diese Szenen waren zwar wirklich heftig, aber nicht übertrieben. Sie passten zur Geschichte.
Auf die Auflösung bin ich aus verschiedenen Gründen nicht gekommen – sagen wir einfach mal so, ich habe mich vom Autor auf eine falsche Fährte locken lassen. Aber auch das nehme ich ihm nicht übel, denn das Ende ist stimmig, insgesamt zwar ein Ende nach einem gängigen Strickmuster, aber trotzdem gut zu lesen. Für mich ein sehr guter, empfehlenswerter Thriller, der das momentan beliebte Thema Religion, Verschwörung etc. aufgreift, aber anders damit umgeht, als die amerikanischen Thrillerautoren das so machen.

13.7.09 17:04
 



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