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Jetta Carleton: Wenn die Mondblumen blühen

wenn die mondlumen blühen
Wenn die Mondblumen blühen

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieser Roman wurde, nachdem er in den Sechzigern ein Bestseller gewesen war, einfach irgendwie vergessen. Jahrelang wurde dieses Buch nicht mehr verlegt – nun ist es im Verlag Kiepenheuer & Witsch wieder erschienen. Wir haben die „Mondblumen“ bei Thalia in den Schlossarkaden entdeckt und in den Urlaub nach Menorca mitgenommen.

Zum Inhalt: Der Süden der USA in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts: Matthew und Callie scharen ihre drei Töchter um sich und genießen den Sommer. Dabei lassen die drei Frauen, die ganz unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben, ihre Welten hinter sich und sind wieder einfach nur Töchter und Schwestern. Nur eine fehlt, wenn Jessica, Leonie und Mary Jo Eiskrem essen und abends auf der Veranda darauf warten, dass die Mondblumen aufblühen, nämlich Mathy, die drittälteste Schwester, die vor vielen Jahren verstorben ist.
Im Anschluss an das Kapitel über diesen Sommer, das von Mary Jo erzählt wird, gibt es jeweils einen Abschnitt im Roman über Mathy, Jessica, Leonie, Matthew und Callie. In diesen Abschnitten erfährt man als Leser mehr über diese Figuren: ihre Träume, Gedanken – vor allem aber ihre Geheimnisse.
Jessicas Geschichte erzählt von ihrer Jugendliebe, dem Hinwegsetzen über die Grenzen der Eltern, der Unbeschwertheit der Jugend und dem, was Jessica durchmachen musste, um zu ihrem Glück zu finden und mit ihrem Schicksal zu leben.
Mathy, die man am Anfang des Romans ja gar nicht kennen lernen kann, wird dem Leser in all ihrer Wildheit, ihrer Besonderheit in der Familie dargestellt: Mathy ist stets besonders von ihren Eltern geliebt, ohne dass sie es darauf anlegen würde und ohne die Gründe dafür zu kennen (die einem aber innerhalb des Romans offenbart werden). Mathy ist die rücksichtsloseste der Schwestern und diejenige, die schnurgerade ihren Weg geht.
Ganz anders als Leonie, die immer versucht, es ihren Eltern recht zu machen, um geliebt zu werden. Sie ist süchtig nach der Anerkennung der anderen, bleibt aber immer nur die Brave, die immer ein bisschen hinter den anderen steht – bis sie vor eine unerwartete Situation gestellt wird.
Aber auch Matthews und Callies Charaktere und persönliche Geschichten werden erzählt. Dabei erfährt man viel über ihre Beweggründe, über ihre Ängste, und über die Geheimnisse, die die Familie zunächst überschatten und auch später noch immer unausgesprochen bleiben. Eines davon hat auch mit Mathy zu tun...

Wie mir das Buch gefallen hat: Ein großartiges, wunderschönes Buch, das seine ganz besondere Familiengeschichte zu erzählen weiß und dabei eine heimelige und gemütliche Atmosphäre schafft, auch dann, wenn es eigentlich gerade gar nichts Schönes ist, was erzählt wird. Und das ist etwas Besonderes. Die Figuren lernt man Stück für Stück kennen, aus der Sicht der anderen, und dann aus der Sicht eines personalen Erzählers, der einem jedes Familienmitglied bis auf die Nachzüglerin Mary Jo nahebringt.
Einzigartig fügen sich die einzelnen Geschichten ineinander, ohne dass die Autorin explizit darauf hinweisen würde, dass man an der ein oder anderen Stelle ein Puzzlestück geliefert bekommt, das einem fehlte, eine Information, die auf einmal Sinn macht und so weiter. Eng sind die Geschichten der Familie miteinander verwoben – und wenn man den Roman schließlich aus der Hand legt, ist es, als gehöre man ein bisschen dazu.
Das schönste Buch, das ich diesen Sommer gelesen habe!

13.7.09 22:13
 



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