the rest is still unwritten
  Startseite
  Über...
  Autoren von A - Z
  Stapel ungelesener Bücher
  Seitenweise
  Gelesen '09
  Gelesen '08

Freunde
   
    buechertraeume

   
    fachbuchholzer

    - mehr Freunde

Links
  Bücherforum für Süchtige


http://myblog.de/marijke

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft

kritik der mörderischen vernunft
Kritik der mörderischen Vernunft

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Diesen Thriller gab es mal bei vorablesen.de zu gewinnen, aber ich hatte kein Glück. Joachim, mein einstiger Weihnachtswichtel aus dem Büchertreff, aber schon. Von ihm habe ich das Buch nun bekommen und mich sehr gefreut.

Zum Inhalt: Wie weit darf die Wissenschaft gehen? Was ist erlaubt? Was nicht? Wie ist wissenschaftliche Forschung mit ethischen Fragen vereinbar? Für Troller, den Autor eines Werks mit dem Titel "Terror der Wissenschaft" und Journalisten des Magazins "Fazit", stellen sich diese Fragen durchaus. Er kennt die Gefahren der Forschung, und für ihn lassen sich Forschung und ethische Grundsätze nicht immer vereinbaren. Ist das vielleicht der Grund, aus dem ein grausamer Mörder, der sich selbst "Kant" nennt, sich bei ihm meldet und den ersten Mord an einem Wissenschaftler ankündigt? - Ein Forscher, der Experimente an den Gehirnen von Affen durchgeführt und dazu ihre Köpfe aufgebohrt hat, wird auf dem Experimentierstuhl gefesselt und sein Kopf wird ebenfalls aufgebohrt...
Und das ist erst der erste Mord einer Serie, auf die die Medien sich natürlich sofort stürzen, denn immer trifft es Wissenschaftler, die sich mit ethisch brisanten Themen beschäftigen und zum Teil extreme Thesen vertreten. Der Mörder hat Sympathien der Tierschützer auf seiner Seite, und jeder, der denkt, dass Wissenschaft nicht alles dürfen sollte, ist im Prinzip auf der Seite "Kants". Experimente mit dem Verhalten von Menschen, Manipulationen im Gehirn von Verbrechern, deren Verhalten und Wesenszüge sich daraufhin ändern... ein guter Weg? Wo soll das alles hinführen?
Troller stellt sich diesen Fragen, gleichzeitig aber macht er Jagd auf den Mörder, zu dem er eine Verbindung haben muss, auch wenn er noch nicht weiß, welche das ist. Und darüber hinaus ist auch sein Privatleben nicht gerade einfach. Mit seiner Freundin Jane läuft es irgendwie nicht mehr so richtig gut, und seine kleine Tochter Sarah möchte zu ihm ziehen, weil sie sich bei ihrer Mutter und deren Freund nicht mehr wohlfühlt. Wie soll Troller das alles bewältigen?

Wie mir das Buch gefallen hat: Das Thema, das Johler ausgewählt hat, ist sehr gut und sehr spannend. Beim Lesen muss man sich immer wieder fragen, wie man selbst zu bestimmten Forschungsideen oder -themen steht. Das hat mir sehr gut gefallen.
Troller und seine Freundin Jane sind Protagonisten, die (bis auf einen Punkt, zu dem ich gleich kommen werde) authentisch wirken und mit denen man mitfiebern kann, zumal sie beide gerade auf der menschlichen Ebene nicht perfekt sind. Im Verlauf des Thrillers begleitet man mal den einen, dann den anderen bei den Ermittlungen und beide haben ganz unterschiedliche Herangehensweisen an den Fall.
Ein großer Kritikpunkt: am Anfang des Romans sagt Trollers neunjährige Tochter Sarah zu ihm, der Freund der Mutter begaffe sie, nenne sie "sexy girl" und so weiter. Troller überlegt, ob der Mann ein Pädophiler sein könnte, aber er unternimmt gar nichts! Auch nicht, als das Mädchen wiederholt bittet, ob es zu ihm ziehen darf... das fand ich sehr schlimm und es passt gar nicht zu dem Roman, dass ein solches Thema so abgetan wird. Das hätte echt nicht sein müssen.

30.1.10 18:52
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung