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Marco Vichi: Nachtschattenhaus

nachtschattenhaus
Nachtschattenhaus

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Auf der Suche nach Büchern über gruslige Häuser, bin ich irgendwann bei amazon auf dieses gestoßen. Ich habe es auf meinen Wunschzettel gesetzt, und eine gewonnene Wette hat es dann ganz schnell zu mir gebracht.

Zum Inhalt: Franco liegt im Sterben, als er seinem Freund Emilio von dem Haus erzählt, dass er in der Toskana gemietet hat und in dem er eigentlich das friedliche Landleben genießen wollte. Er kann seinen Traum nicht mehr verwirklichen, denn kurz nach diesem Gespräch stirbt er an seiner Krankheit.
Emilio beschließt kurzerhand, dass er nun in dieses Haus einziehen wird, immerhin hat Franco schon für drei Monate die Miete bezahlt. Die Abgeschiedenheit des kleinen Dorfes scheint Emilio außerdem genau richtig zu sein, um den besten Roman seines Lebens zu schreiben.
Doch aus dem Schreiben wird erstmal nichts, zumindest nicht so, wie Emilio sich das gedacht hatte. Fontenara ist zwar ein winziger Ort, aber längst nicht so idyllisch, wie Emilio es vermutet hätte. Aus einer verlassenen Villa sind immer wieder laute Stimmen zu hören - ein Mann und eine Frau scheinen sich zu streiten... an sich nichts Ungewöhnliches, aber das Haus steht seit sechsunddreißig Jahren leer, seitdem sich nämlich eine mysteriöse Familientragödie hinter den Wänden dieses Hauses abspielte.
Und damit nicht genug: ein Werwolf soll angeblich durch die Wälder rund um den kleinen Ort streifen, immer wieder finden die Dorfbewohner Tierkadaver - und einmal ist ein Tourist von der Bestie angegriffen worden, erzählt man sich.
Geheimnisse und Legenden, die im Dorf ständig erzählt werden, in die man aber Emilio nicht einweihen will, immerhin gehört er hier nicht dazu...
Doch Emilio gibt nicht auf. Er recherchiert auf eigene Faust, was es mit den unheimlichen Begebenheiten im Dorf auf sich hat. Was zum Beispiel weiß die alte Besitzerin der leerstehenden Villa? Und warum versteckt sie ihre geistig behinderte Enkeltochter vor den anderen Dorfbewohnern? Diese und mehr Fragen stellt Emilio sich, und wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, um die Aufmerksamkeit der Ärztin Camilla zu werben, lässt ihm der Fall keine Ruhe.

Wie mir das Buch gefallen hat: Der Anfang hat mir sehr gut gefallen. Die Atmosphäre in dem Dorf, das Haus, Emilios Beweggründe, in den kleinen Ort zu ziehen, das alles wird gut beschrieben und anschaulich erzählt. Der Anfang hat mich also wirklich überzeugt. Auch die unheimlichen Geräusche, die mysteriösen Vorfälle in der Dunkelheit, all das las sich ganz gut an und war vielversprechend.
Ehrlich gesagt wird daraus aber nicht mehr viel mehr. Die Vorfälle wiederholen sich, und wirklich unheimlich fand ich sie dann irgendwann nicht mehr. Zudem verwendet Vichi dann recht viel Zeit darauf, Emilios Schwärmerei für Camilla auszuloten und zu beschreiben, was er ihr zu Essen kocht und welchen Wein es dazu gibt. Da die beiden Handlungsstränge abgesehen davon, dass Emilio mit Camilla über seine Recherchen redet, nichts miteinander zu tun haben, war das irgendwie eher störend.
Die Auflösung sämtlicher Spukgeschichten liest sich von der plötzlich extrem derben Sprache abgesehen dann auch sehr konstruiert. Für alles gibt es eine logische Erklärung, man fühlt sich ein bisschen wie früher in einem Kinderhörspiel, wo auch jeder Spuk entschlüsselt wurde. Während ich das bei einem Hörspiel für Kinder eigentlich ganz lustig finde, stört es mich doch in einem Roman, in dem ich mich gruseln möchte. Abgesehen davon sind die Erklärungen entwedder auch nicht besonders spektakulär oder aber extrem unglaubwürdig.
Alles in allem mittelmäßige Unterhaltung. Sehr guter Anfang und dann langsamer Abstieg bis zum Schluss.

7.2.10 13:04
 



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